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»Das war völlig verrückt«

Dr. Andreas Knierim hat bei vier documenta-Ausstellungen mitgearbeitet. Ein Gespräch über Laubsammlungen, Frühstück im Fahrstuhl - und wie ihm Socken einen Job verschafften.

 

Mit Andreas Knierim über die documenta zu sprechen ist überraschend.
Der 55-Jährige kennt die Weltkunstschau von innen: Von 1982
bis 1997 war er in wechselnden Rollen bei jeder Ausstellung dabei,
wurde vom Filmvorführer zum Marketing-Leiter. Doch wenn er erzählt,
geht es um die große Kunst nur am Rande. Knierim, der heute
als Coach in Kassel arbeitet, sprudelt über vor Anekdoten – und kann
sich bei der Erinnerung oft selbst das Lachen nicht verkneifen.

Als kleiner Junge waren Sie, Herr Knierim, an der Hand Ihrer Mutter erstmals auf der documenta. Nicht allzu viele Jahre später arbeiteten Sie zum ersten Mal für die Weltkunstschau. Wie kam es dazu?

Ich war 20, als ich in die Pressestelle der documenta ging, um mich als
Fotograf zu bewerben. Das war 1982. In dem Moment kommt Rudi Fuchs, der damalige künstlerische Leiter, bepackt mit einem Stapel Filmrollen in den Raum und sagt, jemand müsse sich um die Filmvorführungen kümmern. Und schon hatte ich meinen ersten documenta-Job. Ich habe dann meinen Bruder und drei Kumpel mit ins Boot geholt.

Aber die Filme anderer vorzuführen reichte Ihnen bald nicht mehr?

Stimmt. Wir kamen auf die Idee, selbst einen Film zu drehen, Teil der documenta zu werden. An einem Samstag haben wir den Fahrstuhl im Fridericianum besetzt und dort gefrühstückt. Zu zweit fuhren wir
im Schlafanzug immer auf und ab, stundenlang, das war völlig verrückt!
Und aus dem Fahrstuhl heraus haben wir die Reaktion der Leute gefilmt, die draussen standen, wenn die Tür aufging.

Hier lesen Sie das gesamte Interview aus dem Magazin aus der Mitte als Pdf-Dokument.

 

17.05.2017