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Autoren im Writers' Room: Glücklich

Stellen wir uns folgendes vor: Im Writers' Room werden Autoren nicht geknechtet - sondern gefördert.

Autoren-Teams für TV-Serien in den USA schreiben ihre Drehbücher gemeinsam, in den sogenannten Writers' Rooms. Mehrere Drehbuchautoren kommen in diesem Raum zu einer Produktion zusammen, normalerweise zum offenen Gedankenaustausch.

Ein Alptraum der Gruppendynamik, wenn wir dem Bericht von Deutschlandradio Kultur glauben: Ein Showrunner, dem sich jeder im Raum unterordnen muss; verbales Zusammenschlagen;  der Boss betritt den Raum und sagt »Fuck you!«; er ist unausstehlich, brüllt seine Autoren an, sie verlassen den Raum mit Tränen in den Augen.

Es gibt auch Ausnahmen wie den Writers' Room von Breaking Bad zum Beispiel. Wir können in Deutschland diesem Beispiel folgen und uns Folgendes vorstellen: Ein Coach ist Teil der Autoren-Gruppe, er spiegelt das Team, legt Projektionen offen, macht Deutungsvorschläge, bearbeitet mit den Teammitgliedern Schreibblockaden, deckt biografische Verwicklungen auf und leistet Beiträge für Figuren und Plots aus seinem Vorrat an Coachingtools.

Nur ein schöner Traum? Von wegen. Gibt es. Zum Beispiel hier.

Autorenkollektive in den USA in Deutschlandradio Kultur:
http://www.deutschlandradiokultur.de/tv-serien-autorenkollektive-made-in-usa.976.de.html?dram:article_id=291951

Difficult Men von Brett Martin, der sich seit 15 Jahren mit dem Writers' Room beschäftigt (Book Review in der New York Times):
http://www.nytimes.com/2013/07/14/books/review/difficult-men-by-brett-martin.html?pagewanted=all&_r=0

 

25.11.2014