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Die Erfindung des Lebens

»Ich vernachlässigte also anfänglich meine Kladden und Schreibbücher, bemerkte aber bald, wie stark ich inzwischen doch bereits an das Schreiben gewöhnt und gebunden war. Wenn es nicht täglich stattfand, wurde ich unruhig, es war, als stauten sich die Worte, Sätze und Wendungen in meinem Kopf, und weil ich keine Methode mehr hatte, sie zu speichern, vermehrten sie sich unaufhörlich, wie Wildwuchs. Gregorianischer Gesang, Monstranz, Katakombe - wohin mit all diesen schönen Worten und wohin mit den kleinen Zeichnungen, mit deren Hilfe ich mich an sie erinnerte?«

Hanns-Josef Ortheil Die Erfindung des Lebens, S. 349/350

http://de.wikipedia.org/wiki/Hanns-Josef_Ortheil

 

 

 

 

 

 

28.10.2014